Dachbegrünung

Begrünte Dächer tragen entscheidend zur Verbesserung des städtischen Klimas und zur ökologischen Nachhaltigkeit bei. 

Sie speichern Regenwasser, reduzieren den Oberflächenabfluss und entlasten so die öffentliche Kanalisation, was das Risiko von Überschwemmungen bei Starkregenereignissen minimiert. Durch die Verdunstung des gespeicherten Wassers wird die Umgebungsluft gekühlt und gleichzeitig das Mikroklima verbessert.

Begrünte Dächer bieten zahlreiche Vorteile für Gebäude und Umwelt. Sie wirken als natürlicher Wärme- und Kältepuffer und sorgen für eine effektive Wärmedämmung. Gleichzeitig schützen sie die Dachhaut vor starken Temperaturunterschieden, wodurch die Lebensdauer der Dacheindeckung verlängert und der Wert des Gebäudes gesteigert wird. Durch Wasserverdunstung und Wärmeabsorption tragen begrünte Dächer zur Reduzierung der Wärmeentwicklung im Sommer bei, was insbesondere in städtischen Gebieten zur Verbesserung des Mikroklimas führt. Zusätzlich filtern sie pro Quadratmeter und Jahr bis zu 0,2 kg Staub und Schadstoffpartikel aus der Luft und schaffen wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere. 

Ein weiterer Vorteil ist die finanzielle Entlastung durch die Reduzierung der Niederschlagswassergebühr.

Arten und Aufbau eines Gründachs

Begrünte Dächer lassen sich in extensive und intensive Dachbegrünungen unterteilen:

  • Extensive Dachbegrünungen besitzen eine dünnere Substratschicht von mindestens 4 bis 20 cm und bestehen aus niedrigwüchsigen Pflanzen wie Moos, Sukkulenten, Kräutern oder Gras, die einen geringen Pflegebedarf haben. 
  • Intensive Dachbegrünungen hingegen zeichnen sich durch eine Substratschichthöhe von mindestens 20 bis 40 cm oder mehr aus und beinhalten eine vielfältigere Bepflanzung, bis hin zu Sträuchern und Bäumen, sowie Wegen und Teichen. 

In den folgenden Grafiken sind der Aufbau von extensiv und intensiv begrünten Dächern sowie einem Retentionsdach dargestellt. Das Filtervlies hält Feinstoffe aus dem Substrat zurück, während die Drainageschicht überschüssiges Wasser gezielt ableitet. Ein Schutzvlies schützt die Dachabdichtung, die wurzeldicht ist, vor Beschädigungen.

Bei Retentionsdächern folgt unterhalb der Begrünung und des Substrats ein Saug- und Kapillarvlies, welches das, durch das Substrat versickerte Regenwasser, wieder in die Substratschicht zurückführt, um über die Pflanzen zu verdunsten. Darunter befindet sich ein Retentionselement. Ein gedrosselter Ablauf bewirkt einen verzögerten Abfluss des überschüssigen Regenwassers. Darunter befinden sich ein Schutz- und Speichervlies sowie eine wurzelfeste Dachabdichtung.

Was ist zu beachten (Planungshinweise)?

Wurzelschicht

  • Es ist eine spezielle Wurzelschutzbahn oder eine Dachabdichtung zu verwenden, welche die Wurzeln abhält (laut FLL-Dachbegrünungsrichtlinie oder DIN EN 13948).
  • Die Wurzelschutzbahn ist am Rand 5–10 cm über die Substratschicht hin-auszuziehen, zu befestigen und vor Schäden und Sonnenlicht zu schützen. Das verhindert, dass Wurzeln darunter wachsen.
  • Die gesamte Fläche (auch unbegrünte Bereiche) ist mit der Wurzelschutzbahn auslegen.
  • Die Arbeiten sollten von erfahrenen Fachleuten durchgeführt werden.
  • Die Bahnen sind so zu verbinden, dass keine Wurzeln durchwachsen können.

Flächenlast

Es ist zu prüfen, ob das Dach das Gewicht tragen kann: 

  • Extensive Begrünung: 80–170 kg/m²
  • Intensive Begrünung: ca. 300 kg/m²

Dachneigung

  • Auf Dächern ohne Gefälle ist darauf zu achten, dass keine Pfützen entstehen.
  • Ab 10° Dachneigung Maßnahmen einplanen, um das Abrutschen des Gründachs zu verhindern.
  • Begehbare Dächer brauchen ein Gefälle von mindestens 2–3 %.

Entwässerung

  • Überschüssiges Wasser läuft durch eine Drainageschicht zu den Abläufen oder Rinnen.
  • Mindestens ein Ablauf und ein Notüberlauf sind einzuplanen.
  • Es ist sicherzustellen, dass alle Entwässerungseinrichtungen sichtbar und überprüfbar sind.

Absturzsicherung

  • Ab einer Höhe von 2 Metern muss eine Absturzsicherung vorhanden sein.

Zugang zum Dach

  • Es sollte ein sicherer Zugang für Pflege- und Wartungsarbeiten vorhanden sein.

Brandvorschriften

  • Es sind die Brandschutzvorschriften des Bundeslandes zu beachten.
  • Vor Fensteröffnungen sind Kies- oder Plattenstreifen von mindestens 50 cm Breite anzulegen.

Pflege und Wartung

Gründächer sollten einmal im Jahr geprüft und gepflegt werden. Hierzu zählen insbesondere:

  • Reinigung der Dachabläufe
  • Kontrolle der Dachabdichtung
  • Prüfung der Absturzsicherung

Vor- und Nachteile

VorteileNachteile
Anwendung in dicht bebautem StadtgebietHöhere Dachlasten
Positive Beeinflussung des MikroklimasHoher Pflegebedarf bei intensiven Begrü-nungen
Erhöhung der BiodiversitätHohe Anforderung an Abdichtungsausfüh-rung
Isolationseffekt des DachesVerschlammungsgefahr der Fugen
Reduktion der Schadstoffe

Hinweis auf Anzeigepflicht

Die Veränderung der Abflussfläche, welche Grundlage der Niederschlagswassergebühr ist, ist bei der ebwo AöR mittels des Formulars Angaben zur Berechnung derAbwassergebühren (PDF) zu erklären.

Kontakt

Julia Müller
Telefon: 0 62 41 / 91 00 - 48
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Kontakt

Yücel Doğancan
Telefon: 0 62 41 / 91 00 - 49
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